Woran erkennen wir, ob etwas lebendig ist? Ein Tier kann laufen, eine Pflanze dagegen nicht. Trotzdem gehören beide zu den Lebewesen.
In der Biologie werden bestimmte Eigenschaften genutzt, um Lebendiges von unbelebten Dingen zu unterscheiden. Mit diesem Arbeitsblatt können Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Merkmale kennenlernen und anhand von Beispielen üben.
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Was bedeutet lebendig?
Ein Lebewesen ist ein Organismus, der typische Lebensprozesse zeigt. Dazu gehören unter anderem Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung, Bewegung und Reizbarkeit.
Ein einzelnes Merkmal reicht jedoch nicht immer aus. Ein Auto kann sich bewegen, ist aber nicht lebendig.
Auch Feuer breitet sich aus und benötigt Stoffe aus seiner Umwelt. Es besteht dennoch nicht aus Zellen und besitzt keinen biologisch gesteuerten Stoffwechsel.
Um Lebendiges sicher zu erkennen, müssen deshalb mehrere Kriterien gemeinsam betrachtet werden.
Die fünf Kennzeichen des Lebendigen
Im Schulunterricht werden häufig fünf Kennzeichen zusammengefasst:
- Stoffwechsel
- Wachstum und Entwicklung
- Fortpflanzung
- Bewegung
- Reizbarkeit
Manche Lehrbücher nennen zusätzlich den Aufbau aus Zellen als eigenes Kriterium. Die genaue Anzahl kann deshalb je nach Unterrichtsmaterial unterschiedlich sein.
Stoffwechsel
Lebewesen nehmen Stoffe aus ihrer Umgebung auf, verändern sie und geben andere Stoffe wieder ab. Diese Vorgänge werden als Stoffwechsel bezeichnet.
Ein Tier nimmt Nahrung und Sauerstoff auf. Es gewinnt daraus Energie und scheidet nicht benötigte Stoffe aus.
Eine Pflanze nimmt über ihre Wurzeln Wasser und Mineralstoffe auf. Mithilfe des Sonnenlichts bildet sie in ihren Blättern energiereiche Stoffe.
Stoffwechsel und Energiegewinnung sind für alle Organismen wichtig. Ohne Energie könnten sie weder wachsen noch auf ihre Umwelt reagieren.
Wachstum und Entwicklung
Lebewesen können wachsen und sich entwickeln. Dabei nimmt nicht nur ihre Größe zu, sondern auch ihr innerer Aufbau kann sich verändern.
Aus einem Samen wächst beispielsweise eine junge Pflanze. Sie bildet Wurzeln, einen Stängel, Blätter und später möglicherweise eine Blüte.
Auch Tiere verändern sich während ihrer Entwicklung. Aus einem Jungtier entsteht nach und nach ein erwachsenes Tier.
Das Wachstum beruht auf biologischen Prozessen. Ein Kristall kann zwar größer werden, zeigt aber nicht dieselbe gesteuerte Entwicklung.
Fortpflanzung
Lebewesen besitzen die Fähigkeit, sich fortzupflanzen. Dadurch entstehen Nachkommen und biologische Informationen werden weitergegeben.
Viele Pflanzen vermehren sich durch Samen. Diese entstehen häufig nach der Bestäubung einer Blüte.
Tiere können Eier legen oder lebende Nachkommen zur Welt bringen. Bakterien vermehren sich meist durch Zellteilung.
Nicht jedes einzelne Wesen muss sich tatsächlich fortpflanzen. Die Fortpflanzung ist eine Eigenschaft der jeweiligen Art.
Bewegung
Viele Tiere können ihren Standort selbstständig verändern. Sie laufen, schwimmen, kriechen oder fliegen.
Pflanzen bewegen sich ebenfalls, auch wenn ihre Bewegung oft langsamer abläuft. Ein Spross kann zum Licht wachsen, während sich manche Blüten öffnen und schließen.
Auch innerhalb eines Organismus finden Bewegungen statt. Stoffe werden transportiert und Zellen können ihre Form verändern.
Bewegung allein beweist jedoch nicht, dass etwas lebt. Auch Wasser, Wolken und Maschinen können sich bewegen.
Reizbarkeit
Reizbarkeit bedeutet, dass Organismen Veränderungen ihrer Umwelt wahrnehmen und darauf reagieren. Solche Veränderungen werden als Reize bezeichnet.
Ein Tier kann auf ein Geräusch oder eine Berührung reagieren. Es wendet sich der Reizquelle zu oder entfernt sich von ihr.
Eine Pflanze reagiert beispielsweise auf Licht, Schwerkraft oder Berührung. Ihre Reaktion ist häufig erst nach längerer Zeit sichtbar.
Die Fähigkeit, auf Reize zu reagieren, hilft Organismen beim Überleben. Sie können dadurch Nahrung finden, Gefahren vermeiden oder geeignete Wachstumsbedingungen erreichen.
Aufbau aus Zellen als weiteres Kennzeichen
Alle bekannten Lebewesen bestehen aus mindestens einer Zelle. Die Zelle ist die kleinste selbstständig lebensfähige Einheit.
Eine Bakterie besteht nur aus einer einzigen Zelle. Tiere, Pflanzen und viele Pilze besitzen dagegen zahlreiche spezialisierte Zellen.
Zellen übernehmen verschiedene Aufgaben. Sie können Stoffe aufnehmen, Energie umwandeln, wachsen und sich teilen.
Der Aufbau aus Zellen hilft dabei, lebende Organismen von unbelebten Dingen zu unterscheiden. Deshalb wird er häufig als zusätzliches Kennzeichen des Lebens genannt.
Kennzeichen bei verschiedenen Gruppen von Lebewesen
Die Lebensmerkmale treten nicht bei allen Organismen auf dieselbe Weise auf. Besonders die Bewegung und Fortpflanzung können unterschiedlich aussehen.
Pflanzen
Eine Pflanze betreibt Stoffwechsel, wächst und reagiert auf ihre Umwelt. Sie kann sich durch Samen, Sporen oder vegetative Pflanzenteile vermehren.
Wurzeln wachsen häufig in Richtung Wasser und Schwerkraft. Blätter und Sprosse richten sich oft zum Licht der Sonne aus.
Obwohl eine Pflanze nicht weglaufen kann, zeigt sie damit Bewegung und Reizbarkeit. Sie erfüllt die biologischen Kriterien für Lebendiges.
Tiere
Tiere nehmen Nahrung auf und nutzen deren Energie für ihre Lebensprozesse. Sie wachsen, entwickeln sich und können Nachkommen bilden.
Viele Arten können sich aktiv fortbewegen. Ihre Sinnesorgane ermöglichen schnelle Reaktionen auf Licht, Geräusche, Berührungen oder Gerüche.
Pilze und Bakterien
Ein Pilz betreibt Stoffwechsel und kann wachsen. Pilze vermehren sich häufig durch Sporen.
Bakterien sind einzellige Organismen. Sie nehmen Stoffe auf, gewinnen Energie und vermehren sich durch Teilung.
Damit erfüllen auch Pilze und Bakterien die grundlegenden Lebensmerkmale. Sie gehören zu unterschiedlichen Gruppen von Lebewesen.
Ist ein Virus lebendig?
Ein Virus besitzt keine eigene Zellstruktur und keinen selbstständigen Stoffwechsel. Außerhalb eines geeigneten Wirts kann es sich nicht vermehren.
Zur Vermehrung schleust es seine Erbinformation in Wirtszellen ein. Anschließend nutzt es deren Zellbestandteile und Energie.
Viren zeigen damit einige Eigenschaften des Lebens, aber nicht alle. Deshalb gelten sie in der Biologie meistens nicht als eigenständige Organismen und bilden einen Grenzfall zwischen belebter und unbelebter Natur.
Arbeitsblatt zum Thema Kennzeichen von Lebewesen
Die Schüler können Beispiele untersuchen und den passenden Lebensmerkmalen zuordnen. Dabei lernen sie, ihre Entscheidungen mit biologischen Kriterien zu erklären.
Mögliche Aufgaben sind:
- Begriffe den richtigen Erklärungen zuordnen
- Beispiele aus Pflanzen- und Tierwelt untersuchen
- Lebensprozesse in Abbildungen erkennen
- lebendige und unbelebte Dinge unterscheiden
- Aussagen als richtig oder falsch bewerten
- eigene Beispiele beschreiben
- die Sonderstellung der Viren erklären
Das Material kann in Einzelarbeit oder in einer Gruppe bearbeitet werden. Es eignet sich zur Einführung, Wiederholung und Kontrolle im Biologieunterricht.
Aufgabe 1: Begriffe zuordnen
Ordne jedem Beispiel das passende Lebensmerkmal zu:
| Beispiel | Lebensmerkmal |
|---|---|
| Eine Sonnenblume richtet sich zum Licht. | Reizbarkeit |
| Ein Baum bildet neue Blätter. | Wachstum |
| Ein Tier frisst und atmet. | Stoffwechsel |
| Aus einem Samen entsteht eine Jungpflanze. | Entwicklung |
| Eine Bakterie teilt sich. | Fortpflanzung |
| Eine Ranke windet sich um eine Stütze. | Bewegung und Reizbarkeit |
Aufgabe 2: Lebendig oder nicht lebendig?
Untersuche folgende Beispiele:
- Hund
- Tulpe
- Pilz
- Bakterium
- Stein
- Feuer
- Auto
- Virus
Die Schüler entscheiden, welche Beispiele als lebendig gelten. Anschließend begründen sie ihre Auswahl mithilfe mehrerer Kriterien.
Aufgabe 3: Beobachtungen erklären
Beschreibe, welches Lebensmerkmal jeweils beobachtet wird:
- Eine Pflanze bildet neue Wurzeln.
- Ein Tier zieht sich bei einer Berührung zurück.
- Ein Keimling wächst aus einem Samen.
- Ein Pilz bildet Sporen.
- Eine Zelle nimmt einen gelösten Stoff auf.
Die Antworten sollten nicht nur das Merkmal nennen. Die Schüler sollen den beobachteten Prozess auch kurz erklären.
Lösungen zu den Aufgaben
Die Zuordnung für Aufgabe 3 lautet:
- neue Wurzeln – Wachstum und Entwicklung
- Reaktion auf Berührung – Reizbarkeit
- Keimung – Wachstum und Entwicklung
- Sporenbildung – Fortpflanzung
- Stoffaufnahme – Stoffwechsel
Hund, Tulpe, Pilz und Bakterium gelten als lebendig. Sie erfüllen mehrere biologische Lebensmerkmale und bestehen aus Zellen.
Stein, Feuer und Auto gelten nicht als lebendig. Ein Virus nimmt eine Sonderstellung ein, weil es sich nur mithilfe von Wirtszellen vermehren kann.
Arbeitsblatt kostenlos herunterladen
Das kostenlose Angebot kann online als PDF oder PNG geöffnet werden. Danach lässt sich das Material speichern und auf A4-Papier ausdrucken.
Lehrkräfte können die Blätter für den Unterricht oder zur Wiederholung einsetzen. Vor einer Weitergabe sollten die Hinweise zur jeweiligen Lizenz beachtet werden.
Häufige Fragen
Was sind die Kennzeichen des Lebens?
Häufig werden Stoffwechsel, Wachstum und Entwicklung, Fortpflanzung, Bewegung sowie Reizbarkeit genannt. Viele Darstellungen ergänzen den Aufbau aus Zellen.
Warum ist eine Pflanze lebendig?
Sie betreibt Stoffwechsel, wächst, pflanzt sich fort und reagiert auf ihre Umwelt. Ihre Bewegungen laufen häufig langsamer ab als bei Tieren.
Ist Feuer ein Lebewesen?
Nein. Feuer benötigt zwar Brennstoff und kann sich ausbreiten, besteht aber nicht aus Zellen und besitzt keinen biologisch geregelten Stoffwechsel.
Gehören Bakterien zu den Lebewesen?
Ja. Bakterien bestehen aus einer Zelle und können selbstständig Stoffwechsel betreiben, wachsen und sich teilen.
Warum gelten Viren nicht eindeutig als Lebewesen?
Sie besitzen keine Zellstruktur und keinen eigenen Stoffwechsel. Für ihre Vermehrung benötigen sie lebende Wirtszellen.
Für welche Klasse eignet sich das Material?
Die Aufgaben eignen sich vor allem für die Einführung in den Biologieunterricht der Sekundarstufe I. Der Schwierigkeitsgrad kann durch Hilfsbegriffe oder zusätzliche Begründungsaufgaben angepasst werden.
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