Von der Blüte zur Frucht – Arbeitsblatt mit Lösungen

Wie entwickelt sich aus einer farbigen Blüte eine Frucht mit Samen? Dahinter steckt ein Vorgang, der für die Fortpflanzung vieler Pflanzen entscheidend ist.

Mit diesem Arbeitsblatt lernen Schülerinnen und Schüler den Aufbau einer Blüte kennen. Sie verfolgen den Weg des Pollens und ordnen die einzelnen Entwicklungsschritte.

Die Aufgaben eignen sich für den Biologie- und Sachunterricht. Eine Lösung kann zur Kontrolle oder gemeinsamen Auswertung verwendet werden.

Aufbau einer Blüte

Eine Blüte enthält verschiedene Bestandteile mit unterschiedlichen Aufgaben. Einige locken Insekten an, andere bilden die männlichen oder weiblichen Geschlechtszellen.

Eine typische Abbildung kann mit folgenden Begriffen beschriftet werden:

  • Kelchblatt
  • Kronblatt
  • Staubblatt
  • Staubbeutel
  • Staubfaden
  • Narbe
  • Griffel
  • Fruchtknoten
  • Samenanlage

Nicht jede Blütenpflanze sieht gleich aus. Tulpen, Obstbäume und Sträucher besitzen dennoch vergleichbare Fortpflanzungsorgane.

Männliche Blütenteile

Die Staubblätter bilden den männlichen Teil. Jedes Staubblatt besteht aus einem Staubfaden und einem Staubbeutel.

Im Staubbeutel entstehen Pollenkörner. Sie enthalten die männlichen Gameten der Pflanze.

Wenn die Pollenkörner reif sind, öffnet sich der Staubbeutel. Anschließend können sie auf eine geeignete Narbe übertragen werden.

Weibliche Blütenteile

Der weibliche Bereich wird häufig als Stempel bezeichnet. Er besteht aus Narbe, Griffel und Fruchtknoten.

Im Fruchtknoten liegen eine oder mehrere Samenanlagen. Jede Samenanlage enthält eine Eizelle.

In der Botanik wird der weibliche Bereich auch als Gynoeceum bezeichnet. Er kann aus einem oder mehreren Fruchtblättern bestehen.

Bestäubung bei Pflanzen

Bei der Bestäubung wird Pollen vom Staubbeutel auf die Narbe übertragen. Dieser Schritt muss vor der Bildung eines Samens erfolgen.

Die Übertragung kann durch Tiere oder den Wind stattfinden. Auch Wasser spielt bei wenigen Arten eine Rolle.

Bestäubung durch Insekten

Viele Blütenpflanzen locken Bienen und andere Insekten mit auffälligen Kronblättern, Duft und Nektar an. Beim Sammeln bleiben Pollenkörner an ihrem Körper haften.

Besucht das Insekt anschließend eine weitere Blüte, können einige Pollenkörner auf deren Narbe gelangen. Neben Bienen können auch Käfer, Schmetterlinge und Fliegen als Überträger dienen.

Insektenblüten besitzen häufig klebrige oder raue Pollenkörner. Dadurch bleiben diese leichter am Körper eines Tieres haften.

Bestäubung durch den Wind

Windbestäubte Pflanzen benötigen keine auffälligen Kronblätter und keinen Nektar. Sie produzieren meistens große Mengen leichter Pollenkörner.

Diese können durch die Luft fliegen und zufällig auf einer passenden Narbe landen. Gräser und viele Bäume werden auf diese Weise bestäubt.

Die Narben solcher Arten sind oft groß oder federartig. Dadurch können sie Pollen besser aus der Luft auffangen.

Selbst- und Fremdbestäubung

Bei der Selbstbestäubung stammt das Pollenkorn von derselben Pflanze. Es kann von derselben oder einer anderen Blüte dieser Pflanze kommen.

Bei der Fremdbestäubung wird es zwischen zwei verschiedenen Pflanzen derselben Art übertragen. Dadurch werden die Erbanlagen neu kombiniert.

Was geschieht nach der Bestäubung?

Ein passendes Pollenkorn bleibt auf der Narbe haften und beginnt zu keimen. Dabei bildet sich ein Pollenschlauch.

Der Pollenschlauch wächst durch den Griffel in Richtung Fruchtknoten. Durch ihn gelangen die männlichen Geschlechtszellen zur Samenanlage.

Bildung des Pollenschlauchs

Die Narbe versorgt das Pollenkorn mit Wasser und anderen Stoffen. Dadurch kann es auskeimen.

Anschließend verlängert sich der Pollenschlauch durch das Gewebe des Griffels. Sein Wachstum endet an einer Samenanlage.

Bestäubung und Befruchtung – Arbeitsblatt mit Lösung

Erreicht der Pollenschlauch die Samenanlage, gelangt eine männliche Geschlechtszelle zur Eizelle. Beide Zellkerne verschmelzen miteinander.

Aus der befruchteten Eizelle entsteht ein Embryo. Er bildet die Grundlage einer neuen Blütenpflanze.

Die beiden Vorgänge dürfen nicht verwechselt werden: Zuerst wird das Pollenkorn übertragen. Erst danach verschmelzen die Geschlechtszellen.

Wie entsteht aus der Blüte eine Frucht?

Nach der Verschmelzung verändern sich mehrere Blütenteile. Aus der Samenanlage entwickelt sich ein Same, während der Fruchtknoten zur Frucht heranwächst.

Kronblätter, Staubblätter und weitere Teile welken meistens. Häufig fallen sie anschließend ab.

Der Same enthält den Pflanzenembryo und gespeicherte Nährstoffe. Eine schützende Samenschale umgibt ihn.

AusgangsteilSpätere Entwicklung
befruchtete EizellePflanzenembryo
SamenanlageSame
FruchtknotenFrucht
Kronblätterwelken und fallen meist ab

Beispiele bei verschiedenen Pflanzen

Bei einem Kulturapfel entsteht das Kerngehäuse aus dem Fruchtknoten. Auch weitere Blütenteile sind am essbaren Apfel beteiligt.

Bei einer Bohne bildet sich aus dem Fruchtknoten die Hülse. Die Samenanlagen entwickeln sich zu den einzelnen Bohnen.

Die genaue Entwicklung kann sich je nach Pflanzenfamilie unterscheiden. Das Grundprinzip bleibt bei den Bedecktsamern jedoch vergleichbar.

Arbeitsblätter mit Aufgaben

Die Arbeitsblätter verbinden eine beschriftbare Abbildung mit verschiedenen Übungen. Sie können zur Einführung, Wiederholung oder Lernkontrolle eingesetzt werden.

Mögliche Aufgaben sind:

  • Bestandteile einer Blüte beschriften
  • männliche und weibliche Blütenteile unterscheiden
  • Funktionen richtig zuordnen
  • Stationen in die richtige Reihenfolge bringen
  • einen Lückentext ergänzen
  • Insekten- und Windbestäubung vergleichen
  • Ausgangsteile und spätere Strukturen verbinden

Die Aufgaben können einzeln oder in Partnerarbeit bearbeitet werden. Eine gemeinsame Auswertung hilft dabei, unklare Begriffe zu besprechen.

Blütenteile beschriften

Auf der Abbildung tragen die Schüler die passenden Fachbegriffe ein. Dabei unterscheiden sie unter anderem Staubbeutel, Staubfaden, Narbe, Griffel und Fruchtknoten.

Als zusätzliche Aufgabe können sie männliche und weibliche Bereiche farblich kennzeichnen. So wird der Aufbau übersichtlicher.

Entwicklungsschritte ordnen

Die folgenden Stationen sollen in die richtige Reihenfolge gebracht werden:

  1. Ein Pollenkorn gelangt auf die Narbe.
  2. Das Pollenkorn keimt.
  3. Ein Pollenschlauch wächst durch den Griffel.
  4. Eine männliche Geschlechtszelle erreicht die Eizelle.
  5. Die Zellkerne verschmelzen.
  6. Samen und Pflanzenembryo entwickeln sich.

Diese Übung überprüft, ob die Schüler den gesamten Ablauf verstanden haben.

Lückentext ergänzen

Für einen Lückentext können folgende Begriffe verwendet werden:

Staubbeutel – Pollenkorn – Narbe – Griffel – Pollenschlauch – Samenanlage – Eizelle – Same

Die Schüler setzen die Wörter an den passenden Stellen ein. Danach vergleichen sie den Text mit der Lösungsseite.

Lösungen zum Arbeitsblatt

Für die Beschriftung lautet eine mögliche Reihenfolge:

  • Staubbeutel
  • Staubfaden
  • Narbe
  • Griffel
  • Fruchtknoten
  • Samenanlage
  • Kronblatt
  • Kelchblatt

Bei einer abweichenden Abbildung kann sich die Nummerierung ändern. Entscheidend ist die korrekte Zuordnung der Fachbegriffe.

Die Lösung für die Entwicklung lautet:

Übertragung des Pollenkorns → Keimung auf der Narbe → Wachstum des Pollenschlauchs → Verschmelzung der Geschlechtszellen → Samenbildung

Die Lösungsseite kann getrennt von den Aufgaben ausgedruckt werden. Dadurch bleibt das Material auch für eine Lernkontrolle geeignet.

Arbeitsblatt herunterladen

Das gewünschte Material kann als PDF oder PNG geöffnet und heruntergeladen werden. Es ist für den Ausdruck auf A4-Papier vorgesehen.

Falls eine Lösungsseite verfügbar ist, lässt sie sich separat herunterladen. So können die Aufgaben zunächst ohne sichtbare Antworten bearbeitet werden.

Häufige Fragen

Welche Aufgabe haben die Kronblätter?

Kronblätter locken häufig bestäubende Tiere an. Dazu nutzen sie auffällige Farben, Muster oder Duftstoffe.

Wo entsteht der Pollen?

Die Pollenkörner entstehen in den Staubbeuteln. Diese sitzen am oberen Ende der Staubfäden.

Was ist ein Pollenschlauch?

Er wächst nach dem Keimen eines Pollenkorns durch den Griffel. Durch ihn gelangen männliche Geschlechtszellen zur Samenanlage.

Welche Aufgabe hat die Narbe?

Die Narbe nimmt geeignete Pollenkörner auf. Ihre Oberfläche ist häufig klebrig, damit diese dort haften bleiben.

Was entsteht aus der Samenanlage?

Aus der Samenanlage entsteht nach erfolgreicher Fortpflanzung ein Same. In ihm entwickelt sich der Embryo der neuen Pflanze.

Was ist der Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbestäubung?

Bei der ersten Variante stammt das Pollenkorn von derselben Pflanze. Bei der zweiten wird es von einer anderen Pflanze derselben Art übertragen.

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