Lage und Orientierung für die Vorschule

Lage und Orientierung helfen Kindern dabei, ihre Umgebung genauer wahrzunehmen und Positionen verständlich zu beschreiben. Begriffe wie oben und unten, auf und unter, vor und hinter, neben und zwischen, innen und außen sowie nah und fern begegnen Kindern täglich – beim Spielen, Aufräumen, Bauen oder Betrachten von Bildern.

Auch links und rechts, unterschiedliche Pfeilrichtungen und einfache Wege auf einer Fläche gehören zur räumlichen Orientierung. Die kostenlosen Arbeitsblätter auf dieser Seite führen schrittweise von einfachen Lagebegriffen über links und rechts bis zu Pfeilrichtungen und einfachen Rasteraufgaben.

Auf einen Blick

Lernziel
Lagebegriffe verstehen, Richtungen unterscheiden und sich auf Flächen und einfachen Rastern orientieren
Geeignet für
Kinder von etwa 4 bis 6 Jahren im Kindergarten- und Vorschulalter
Schwierigkeit
Leicht bis mittel
Umfang
Arbeitsblätter zu Lagebegriffen, links und rechts, Pfeilrichtungen, Positionen und einfachen Wegen im Raster
Dateiformate
PDF zum Ausdrucken und PNG als Bilddatei
Lösung
Alle PDFs enthalten das Aufgabenblatt und eine separate Lösungsseite.

Kostenlose Arbeitsblätter zu Lage und Orientierung

Die Übungen sind nach ihrem Schwerpunkt geordnet. Für den Einstieg eignen sich einfache Gegensätze wie oben und unten. Danach können Beziehungen zwischen Gegenständen, links und rechts, Pfeilrichtungen und schließlich Positionen oder Wege in einem Raster folgen.

Einfache Lagebegriffe

Einfache Lagebegriffe beschreiben, wo sich etwas befindet oder wie zwei Gegenstände zueinander liegen.

Bei oben und unten steht zunächst die allgemeine Position im Vordergrund. Ein Gegenstand kann sich zum Beispiel oben auf einem Bild befinden, während ein anderer weiter unten zu sehen ist.

Bei Begriffen wie auf und unter, vor und hinter oder neben und zwischen benötigen Kinder dagegen einen Bezugspunkt. Ein Stift kann beispielsweise auf einem Buch liegen, ein Ball unter einem Stuhl oder ein Bauklotz zwischen zwei anderen Klötzen stehen.

Auch innen und außen sowie nah und fern lassen sich mit einfachen, deutlich dargestellten Situationen üben.

Auch einfache geometrische Formen können als Gegenstände für Lageübungen verwendet werden. Wenn Kinder Kreis, Dreieck, Quadrat und Rechteck zunächst sicher unterscheiden sollen, finden Sie passende Übungen bei Farben und Formen für die Vorschule.

Links und rechts unterscheiden

Links und rechts sind für viele Vorschulkinder schwieriger als oben und unten. Auf einem Arbeitsblatt sind links und rechts eindeutig. Im Raum kann die Zuordnung jedoch vom eigenen Standort und von der Blickrichtung abhängen.

Deshalb sollten Übungen zunächst eindeutig aufgebaut sein. Kinder können Gegenstände auf der linken oder rechten Seite erkennen, Bilder entsprechend zuordnen oder Pfeile nach links und rechts unterscheiden.

Erst wenn diese grundlegende Unterscheidung sicherer gelingt, sollten mehrere Richtungsangaben miteinander kombiniert werden.

Pfeile und Richtungen erkennen

Pfeile übertragen räumliche Begriffe auf ein einfaches Symbol. Ein Pfeil kann nach oben, unten, links oder rechts zeigen.

Zu Beginn reicht es, einzelne Pfeilrichtungen zu erkennen. Danach können Kinder kurze Pfeilfolgen verfolgen oder herausfinden, an welcher Position eine Pfeilfolge endet.

Solche Übungen bereiten auf komplexere Aufgaben vor, bei denen mehrere Richtungsangaben nacheinander beachtet werden müssen.

Steht dagegen weniger die Richtung als das Erkennen einer Regel oder das Fortsetzen einer Reihe im Mittelpunkt, passen die Aufgaben eher zu Logik und Rätsel für die Vorschule.

Orientierung auf der Fläche

Bei der Orientierung auf einer Fläche werden mehrere Lageinformationen miteinander verbunden. Kinder unterscheiden beispielsweise oben links, oben rechts, unten links und unten rechts oder suchen eine bestimmte Position in einem einfachen Raster.

Auch ein Regal mit mehreren Fächern eignet sich dafür. Fragen wie „Was liegt oben rechts?“ oder „In welchem Fach befindet sich der Ball?“ verbinden räumliche Begriffe mit einer übersichtlichen Darstellung.

Später können Kinder Wege innerhalb eines Rasters verfolgen. Dabei müssen sie Startpunkt, Richtung und Reihenfolge gleichzeitig beachten.

Was bedeutet Lage und Orientierung?

Räumliche Orientierung bedeutet, die eigene Position und die Lage von Dingen in der Umgebung wahrzunehmen und zu beschreiben. Solche Beziehungen werden auch als Raum-Lage-Beziehungen bezeichnet.

Ein Kind verwendet diese Fähigkeit zum Beispiel, wenn es versteht:

  • dass ein Gegenstand oben oder unten liegt,
  • dass ein Spielzeug auf oder unter einem Tisch steht,
  • dass etwas neben oder zwischen anderen Dingen liegt,
  • dass ein Weg nach links oder rechts führt,
  • oder dass sich ein bestimmtes Feld oben rechts in einem Raster befindet.

Dafür müssen Kinder nicht alle Begriffe gleichzeitig beherrschen. Entscheidend ist, dass die Aufgaben übersichtlich bleiben und neue Lagebeziehungen schrittweise hinzukommen.

Lagebegriffe Schritt für Schritt lernen

Mit oben und unten beginnen

Oben und unten sind gute Begriffe für den Einstieg, weil sie sich auf einem Blatt oder im Raum deutlich zeigen lassen.

Legen Sie beispielsweise einen Gegenstand oben und einen anderen unten hin und fragen Sie:

„Was liegt oben?“
„Was liegt unten?“

Danach kann das Kind selbst einen Gegenstand an die genannte Stelle legen.

Beziehungen zwischen Gegenständen beschreiben

Im nächsten Schritt wird ein Gegenstand zum Bezugspunkt.

Ein Buch kann beispielsweise auf dem Tisch liegen. Ein Ball kann unter dem Tisch liegen. Ein Stift kann neben dem Buch liegen und ein Radiergummi zwischen zwei Stiften.

Dadurch lernt das Kind, dass eine Lage nicht nur von der Position auf dem Blatt abhängt, sondern auch von der Beziehung zwischen mehreren Dingen.

Links und rechts hinzufügen

Links und rechts sollten zunächst in einfachen Situationen geübt werden. Zu viele zusätzliche Informationen können die Aufgabe unnötig erschweren.

Hilfreich sind klare Fragen wie:

„Was liegt links?“
„Was liegt rechts?“
„Welcher Pfeil zeigt nach links?“

Wenn das sicherer gelingt, können links und rechts mit oben und unten kombiniert werden.

Von einzelnen Richtungen zu kurzen Folgen

Ein einzelner Pfeil ist leichter zu verstehen als eine ganze Wegbeschreibung.

Deshalb kann die Schwierigkeit langsam gesteigert werden:

zuerst eine Richtung erkennen, danach zwei oder drei Pfeile nacheinander verfolgen und schließlich eine Endposition bestimmen.

So bleibt erkennbar, welche Teilaufgabe dem Kind noch Schwierigkeiten bereitet.

Orientierung im Raster

Rasteraufgaben verlangen bereits mehrere Fähigkeiten gleichzeitig. Das Kind muss eine Ausgangsposition erkennen, Richtungen unterscheiden und die Reihenfolge beachten.

Für Vorschulkinder sollten Raster deshalb klein und übersichtlich bleiben. Wenige Felder und kurze Wege sind für den Einstieg besser geeignet als große Suchbilder oder lange Routen.

Arbeitsblätter sinnvoll einsetzen

Ein Arbeitsblatt funktioniert besonders gut, wenn das Kind die verwendeten Begriffe bereits aus konkreten Situationen kennt.

Zuerst mit echten Gegenständen üben

Viele Lagebegriffe lassen sich ohne Vorbereitung im Alltag zeigen.

Legen Sie einen Stift auf ein Buch, unter einen Stuhl oder neben eine Schachtel. Bitten Sie das Kind anschließend, selbst einen Gegenstand an eine bestimmte Position zu legen.

Dadurch wird ein abstrakter Begriff mit einer sichtbaren Handlung verbunden.

Die Aufgabe gemeinsam ansehen

Bevor das Kind beginnt, sollte klar sein, was gesucht, verbunden, angekreuzt oder verfolgt werden soll.

Bei neuen Aufgabentypen reicht häufig ein gemeinsames Beispiel. Danach kann das Kind versuchen, die weiteren Aufgaben selbstständig zu lösen.

Kurz und regelmäßig üben

Mehrere kurze Übungen sind oft sinnvoller als ein langes Arbeitsblatt mit vielen unterschiedlichen Regeln.

Wenn eine Aufgabe noch schwierig ist, kann zunächst wieder mit Gegenständen oder einer einfacheren Darstellung gearbeitet werden. Danach lässt sich dieselbe Lagebeziehung erneut auf dem Blatt ausprobieren.

Fünf einfache Übungen ohne Arbeitsblatt

Räumliche Orientierung lässt sich auch im Alltag üben.

  1. Gegenstände platzieren: „Lege den Stift unter das Buch.“
  2. Positionen suchen: „Was steht neben der Tür?“
  3. Links und rechts üben: „Zeige auf den Gegenstand links vom Teller.“
  4. Pfeile nachstellen: Zeichnen Sie einen Pfeil und lassen Sie das Kind in diese Richtung zeigen.
  5. Kleine Wege beschreiben: „Gehe einen Schritt nach rechts und dann einen Schritt nach vorne.“

Solche kurzen Aufgaben helfen dabei, die Begriffe zuerst handelnd zu verstehen, bevor sie auf einem Arbeitsblatt verwendet werden. Soll ein vorgegebener Weg dagegen mit dem Stift nachgefahren werden, können ergänzend einfache Schwungübungen für die Vorschule sinnvoll sein.

Häufige Schwierigkeiten und passende Hilfen

Oben und auf werden verwechselt

Oben beschreibt eine allgemeine Position. Auf beschreibt dagegen eine Beziehung zu einem anderen Gegenstand.

Ein Bild kann oben auf der Seite sein. Ein Stift kann auf einem Buch liegen.

Konkrete Beispiele machen diesen Unterschied leichter verständlich.

Links und rechts bleiben unsicher

Das ist im Vorschulalter nicht ungewöhnlich. Statt viele Richtungen gleichzeitig abzufragen, sollte zunächst nur eine einfache Unterscheidung geübt werden.

Hilfreich ist außerdem, dieselben Begriffe sowohl im Alltag als auch auf dem Arbeitsblatt zu verwenden.

Pfeilfolgen werden zu schnell bearbeitet

Bei mehreren Pfeilen können Kinder leicht eine Richtung überspringen.

Bitten Sie das Kind, jeden Pfeil einzeln anzusehen und die Position Schritt für Schritt zu verändern. Erst danach wird der nächste Pfeil betrachtet.

Rasteraufgaben sind zu schwierig

Wenn ein Kind häufig die Orientierung verliert, sollte das Raster zunächst kleiner werden.

Wenige Felder, ein deutlich markierter Startpunkt und kurze Wege erleichtern den Einstieg.

Woran erkennt man Fortschritte?

Fortschritt zeigt sich nicht nur daran, ob ein Arbeitsblatt vollständig richtig gelöst wurde.

Ein Kind entwickelt seine räumliche Orientierung auch dann weiter, wenn es Lagebegriffe zunehmend selbst verwendet, Gegenstände nach einer mündlichen Anweisung richtig platziert oder eine Richtung ohne zusätzliche Hilfe erkennt.

Später kann es mehrere Angaben miteinander verbinden, zum Beispiel:

„Lege den Kreis unten rechts.“

oder:

„Starte beim Stern, gehe nach rechts und dann nach unten.“

Damit steigt die Aufgabe von einer einzelnen Lagebeziehung zu einer kleinen räumlichen Handlungsfolge.

Häufige Fragen

Welche Lagebegriffe eignen sich für den Einstieg?

Für den Anfang sind oben und unten besonders geeignet. Danach können auf und unter, vor und hinter, neben und zwischen sowie innen und außen folgen.

Wann sollten Kinder links und rechts lernen?

Links und rechts können bereits im Vorschulalter spielerisch geübt werden. Es ist jedoch nicht notwendig, dass jedes Kind diese Unterscheidung sofort sicher beherrscht.

Sind Pfeilaufgaben für Vorschulkinder geeignet?

Ja, wenn die Darstellung einfach bleibt. Zunächst sollten einzelne Pfeile verwendet werden. Kurze Pfeilfolgen können folgen, sobald die vier grundlegenden Richtungen besser erkannt werden.

Wann eignen sich Rasteraufgaben?

Raster eignen sich als nächster Schritt, wenn einfache Lagebegriffe und Richtungen bereits verstanden werden. Für den Einstieg sollten nur wenige Felder und kurze Wege verwendet werden.